Batteriebrandbekämpfung - Herausforderung grenzenlos
12. September 2026
Der Förderverein für das Feuerwehrwesen im Bezirk Gänserndorf konnte gemeinsam mit seinem slowakischen Projektpartner „Bezpečný región“ den ersten Veranstaltungstag des grenzüberschreitenden Projekts „Batteriebrandbekämpfung – Herausforderung grenzenlos“ erfolgreich durchführen. Das Projekt wurde im Rahmen des Kleinprojektefonds SK-AT eingereicht und aus Mitteln der Europäischen Union kofinanziert. Im Mittelpunkt stand die zunehmende Verbreitung von Lithium-Ionen-Akkus und die damit verbundenen Gefahren und Herausforderungen für die Feuerwehren im Einsatz.
Hannes Kern erläuterte zunächst den Aufbau und die Zellchemie von Lithium-Ionen-Akkus und zeigte auf, warum diese in Brand geraten können. Dabei wurden mögliche Ursachen wie Kurzschlüsse, Überladung, mechanische Beschädigungen, Produktionsfehler sowie weitere thermische und elektrische Einflüsse behandelt. Besonderes Augenmerk lag auf dem Ablauf eines sogenannten Thermal Runaway mit Gasbildung, Druckanstieg und dem Austritt brennbarer Gase.
Anschließend gaben Ulrich Cimolino und Hannes Kern einen Überblick über die vielfältigen Einsatzbereiche von Lithium-Ionen-Akkus – von Kleingeräten und Mikromobilität über Heimspeicher bis hin zu Pkw, Lkw, Bussen, Schiffen, Luftfahrzeugen und Großspeicheranlagen. Auch die zunehmenden Herausforderungen im Bereich der Abfallwirtschaft wurden thematisiert.
Im Mittelpunkt des Vortrags von Ulrich Cimolino standen internationale Einsatzerfahrungen. Dabei wurden die besonderen Gefahren an Einsatzstellen, wesentliche Grundlagen der Einsatztaktik sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Feuerwehr bei der Bekämpfung von Batteriebränden aufgezeigt.
Zoltan Tanczos widmete sich den Gefahren durch Brandgase, deren Auswirkungen auf Einsatzkräfte sowie den erforderlichen Maßnahmen zur Einsatzhygiene. Ergänzend wurden die Inhalte durch Messergebnisse und ein Einsatzvideo praxisnah veranschaulicht.
Zum Abschluss beschäftigte sich Hannes Kern mit dem Umgang mit beschädigten Elektrofahrzeugen nach einem Löscheinsatz. Dabei wurde deutlich, dass von einem Fahrzeug auch nach dem Ablöschen des Brandes weiterhin Gefahren ausgehen können. Behandelt wurden insbesondere die sichere Übergabe des Fahrzeugs, der fachgerechte Abtransport, geeignete Quarantäneflächen sowie die anschließende Verwertung und Entsorgung.
Fazit
Der erste Veranstaltungstag vermittelte fundiertes und praxisnahes Wissen über die technischen Grundlagen, Brandgefahren und taktischen Herausforderungen im Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus. Besonders deutlich wurde, dass die Gefahren mit dem Ende eines sichtbaren Brandes nicht zwangsläufig gebannt sind. Neben der eigentlichen Brandbekämpfung gewinnen daher auch die Einsatzhygiene, die sichere Übergabe sowie die fachgerechte weitere Behandlung beschädigter Akkus und Elektrofahrzeuge zunehmend an Bedeutung.
Die grenzüberschreitende Veranstaltungsreihe leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Wissensaustausch und zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften aus Österreich und der Slowakei.








